Share Deal = Immobilienkauf ohne Grunderwerbsteuer?

Beim Kauf einer Immobilie fällt praktisch immer Grunderwerbssteuer an. Je nach Bundesland beträgt die Grunderwerbsteuer 3,5 % bis 6,5 % des Immobilienkaufpreises.

Die Grunderwerbsteuer konnte bisher vermieden werden bei einem steueroptimierten Share Deal. Bei einem Share Deal wird nicht die Immobilie unmittelbar gekauft, sondern ein Unternehmen, das Eigentümer der Immobilie ist.

Nach der bisherigen Gesetzeslage fiel keine Grunderwerbsteuer an, wenn bei einem Share Deal 94,9 % der Anteile an dem Immobilienunternehmen den Eigentümer wechselten und die übrigen 5,1 % erst nach weiteren 5 Jahren.

Gesetzesänderung ab dem 1. Juli 2021

Aufgrund einer Gesetzesänderung werden ab dem 1. Juli 2021 steueroptimierte Share Deals erschwert. Vor allem sinkt die Schwelle, bei der die Übertragung von Unternehmensanteilen sich auf die Grunderwerbsteuer auswirkt. Zukünftig greift die Grunderwerbsteuer bereits, wenn 90 % der Anteile an dem Immobilienunternehmen den Eigentümer wechseln. Zudem dürfen Käufer erst nach 10 Jahren die verbleibenden 10 % des Immobilienunternehmens grunderwerbsteuerfrei erwerben.

Auch wenn zukünftig die Möglichkeit bleibt, beim Share Deal Grunderwerbsteuer zu vermeiden, kommt dies zukünftig wohl nur noch bei sehr großen Immobilienveräußerungen in Betracht. Im Vergleich zum „reinen“ Grundstückskauf hat der Share Deal schließlich erhöhten Prüfungsaufwand zur Folge, da ein Unternehmenskauf größere Risiken birgt.

Sie brauchen rechtliche Unterstützung beim Immobilienkauf? Melden Sie telefonisch (06142 – 177 86 80) oder online für einen kostenlosen Erstkontakt mit Rechtsanwalt Behnam Yazdani.

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